Rundbrief Oktober 2022

Rundbrief im Oktober 2022

Liebe Netzwerk-Unterstützerinnen und -Unterstützer,

nun ist die ganze Karte rot, d.h. es wird für das ganze Land im Moment ausdrücklich vor Reisen gewarnt.

Erneut gab es einen Putsch in Burkina Faso, den zweiten innerhalb von acht Monaten. Der seit dem 25. Januar amtierende Präsident Oberstleutnant Paul Henri Sandaogo Damiba wurde am Abend des 30. September all seiner Funktionen enthoben. An die Spitze der neuen Übergangsregierung setzt sich wieder ein Militär, Hauptmann Ibrahima Traoré. Die Übergangsregierung wurde aufgelöst, die Verfassung ausgesetzt. Flughafen und Landesgrenzen sind vorübergehend geschlossen, von 23.00 Uhr bis 5.00 Uhr früh herrscht Ausgangssperre.

Grund für den Putsch war die immer schlechter werdende Sicherheitslage. Noch im Januar hatte Damiba versprochen, die Terroristen in die Schranken zu weisen, doch das ist ihm bis heute nicht gelungen. Die Zahl der Binnenflüchtlinge aus dem Norden ist rasant gestiegen. ‘Die Hauptstadt Ouagadougou ist zu einer Stadt geworden, um die ein Land wegbricht‘, schreibt der Journalist Samuel Misteli in der Neuen Züricher Zeitung.

Wie es im Land weitergeht, bleibt im Moment abzuwarten. In unseren Projekten geht der ‘normale‘ Alltag weiter.

Am Schulkomplex Wend Raabo hat die Schule für all jene Schülerinnen und Schüler bereits wieder begonnen, die am Ende des Schuljahres ihre Abschlussprüfungen schreiben werden. Alle anderen folgen innerhalb der nächsten zwei Wochen.

Die Frauen in Youba und in Sananga gehen ihren Tätigkeiten nach, im ‘Garten des Friedens‘ gehen die Bauarbeiten gut voran.

Der Wasserturm mit Polytank steht, die Pumpe wird gerade eingefasst, das Gelände eingezäunt und das Wächterhaus ist ebenfalls schon im Werden.

Und auch im ‘Garten der Hoffnung‘ sowie im gynäkologischen Zentrum bei BangrNooma gehen die Dinge ihren gewohnten Gang.

Ob die von uns für die Zeit vom 12. bis 19. November geplante Projektreise stattfinden kann…. ist zweifelhaft. Vermutlich wird sie auf einen Zeitraum Ende Januar/Anfang Februar 2023 verschoben werden.

Erfreuliches gibt es von den beiden Benefizveranstaltungen in Cuxhaven zu berichten, die im Rahmen der Interkulturellen Wochen stattgefunden haben.

Für den ‘Garten des Friedens‘ überbrachte der Bürgermeister sehr persönliche Grußworte und der Shanty-Chor Cuxhaven sang in der Katholischen Pfarrkirche St. Marien. So konnte das zahlreich erschienene Publikum ein gelungenes, kurzweiliges Programm, eine Mischung aus Musik, Information und Foto-Impressionen erleben.

In der Bürgerküche gab es unter dem Motto ‘…und alle möchen satt werden‘ eine Vernissage zur Foto-Ausstellung ‘Schulspeisung in Burkina Faso‘ und im Anschluss bei Kaffee oder Tee noch Gelegenheit zu Fragen und Gespräch. Als ganz besondere Überraschung hatte Inge Bühner mit ihrem ehrenamtlichen Bürgerküchen-Team die burkinische Flagge als Kuchen gebacken.

Gern hänge ich an diese Mail meine kleine ‘Nachlese zum 16. September‘ sowie meine ‘Wunschträume-Idee zu einer Schulspeisung für alle‘ mit an. Die habe ich am 21. September in der Bürgerküche e.V. das erste Mal vorgestellt. Erste Anmeldungen gibt es auch schon.

Und wenn Ihr mögt, gebt diese Idee doch auch gern weiter.

Auch 2023 wird es einen Wunschträume-Kalender geben, und er ist – so viel sei vorab verraten – wieder wunderschön geworden. Der Druck wird Ende Oktober fertig sein, so dass der Kalender ab Anfang November zum Stückpreis von 10 € erhältlich sein wird.

Am 7. Oktober findet in München die Jahressitzung von Wunschträume/Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte e.V. statt.

Und am Donnerstag, den 1. Dezember um 19.00 Uhr, kann dann nach zwei Jahren auch endlich wieder unsere traditionelle Veranstaltung ‘Märchen & Wunschträume‘ in der Münchner Seidlvilla stattfinden. Dazu wird Andreas Dirscherl (er ist Sprecher beim Bayerischen Rundfunk) Weihnachtliches von Joachim Ringelnatz und Karl Valentin lesen, sowie Tola Scholana und seine Makoko-Truppe trommeln. Allen Münchner*innen hierzu schon an dieser Stelle eine herzliche Einladung.

Kommen Sie gut durch diese immer wieder von negativen Nachrichten besetzte Zeit. Bleiben Sie trotzdem zuversichtlich und vor allen Dingen gesund.

Herzlich

Ihre Kathrin Seyfahrt

Anlagen

Anlage 1

Foto: Gerd Hauck

Shantys für einen ‘Garten des Friedens‘

Eine kleine Jubiläums-Nachlese

Bereits zum 5. Mal fand die Benefizveranstaltung ‘Shanties for Africa‘ in der Katholischen Pfarrkirche St. Marien statt, und ‘Hausherr‘ Pfarrer Piegenschke wies sehr persönlich in seiner Begrüßung auf den Bezug seiner Kirche mit den vielen Schiffen hin, die mit dem Mariennamen als ‘Santa Maria‘ über die Meere fahren.

Auch diesmal konnte das zahlreiche Publikum wieder ein gelungenes, kurzweiliges Programm, eine Mischung aus Musik, Information und Foto-Impressionen, erleben.

Im Rahmen der Interkulturellen Woche Cuxhaven 2022, die gefördert wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, stellte Kathrin Seyfahrt vom Verein Wunschträume/Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte die Arbeit des Vereins im westafrikanischen Burkina Faso vor, und einmal mehr hat sich der Shanty-Chor Cuxhaven unter der Leitung von Udo Brozio für die gute Sache ‘Wasser und Brunnenbau‘ engagiert.

Bürgermeister Oliver Ebken überbrachte in Vertretung des Schirmherrn Oberbürgermeister Uwe Santjer herzliche Grußworte der Stadt Cuxhaven.

Anschaulich erzählte die Vereinsgründerin vom Bau eines neuen Brunnens und dem geplanten ‘Garten des Friedens‘, und berichtete über die derzeitige Krisensituation im Land aufgrund zunehmender Gewalt durch terroristische Anschläge. Von den etwas mehr als 20 Millionen Einwohnern ist jeder 10. ein sogenannter Binnenflüchtling. Über die Hälfte der 2 Millionen Geflüchteten sind Kinder und Jugendliche. Mehr als 2.000 Schulen sind im Norden des Landes geschlossen.

Ein ‘Garten des Friedens‘ ist der Wunschtraum der aus dem Dorf Pétessiro geflohenen Menschen. Projektleiter Mamoudou Savadogo schreibt: “…er wird viele Familien in dieser schwierigen Situation retten…“, und möchte allen danken, die für die Finanzierung Geld gespendet haben.

Mit dem phantastischen Benefizerlös von 1.460 Euro steht der Fertigstellung des ‘Gartens des Friedens‘ nichts mehr im Wege.

“Barka“ –“Merci“ –“Danke“ nochmals allen, die am 16. September diesen Erfolg möglich gemacht haben.

Selbstverständlich werden alle Unterstützerinnen und Unterstützer über den weiteren Verlauf des Projekts informiert werden.

Fotos: Gerd Hauck

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Interkulturellen Woche 2022 in Cuxhaven statt. Die Interkulturelle Woche 2022 in Cuxhaven wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Ein Bild, das Text enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Anlage 2

Vom Wunschtraum einer Schulspeisung für alle

Im Jahr 1979 wurde der Welternährungs- bzw. Welthungertag eingeführt und findet seitdem immer am 16. Oktober statt. Dieses Datum wurde ausgewählt, da am 16. Oktober 1945 die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO mit der Aufgabe, die weltweite Ernährung sicherzustellen, als Sonderorganisation der UNO gegründet wurde.

Weltweit hungern derzeit rund 828 Millionen Menschen, der größte Teil in Asien und Afrika. Vor allem Kinder sind besonders stark betroffen. Laut Welthungerhilfe (WHO) stirbt alle 13 Sekunden ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger.

Während die Zahl der Hungernden über eine lange Zeit zurückging, ist sie jetzt wieder deutlich gestiegen. Nicht zuletzt durch den Kriegsausbruch in der Ukraine und der damit verbundenen Weizenblockade, sondern auch bedingt durch den mehr und mehr zunehmenden Klimawandel.

Das westafrikanische Burkina Faso liegt in der Sahelzone und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Hier engagiert sich seit 19 Jahren der Verein Wunschträume/Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte e.V. unter anderem dafür, dass alle 1.000 Kinder/Jugendlichen im Schulkomplex Wend Raabo täglich eine Schulspeisung bekommen.

„Die Preise sind in den letzten Monaten auch in Burkina Faso explodiert“, erklärt Vereinsgründerin und Vorsitzende Kathrin Seyfahrt. „So kostet die Mahlzeit inzwischen 30 Cent, das sind in 9 Monaten/Schuljahr 60 €/Kind. Zu viel für die meisten Eltern.“

Schulspeisung ist jedoch nur ein Baustein in der Arbeit des Vereins. Neben dem Bau von Schulen, Krankenstationen und Brunnen, gilt es die Armut durch Förderung von Bildung- und Ausbildung zu bekämpfen, sowie immer wieder gegen weibliche Genitalverstümmelung aufzuklären.

„Mein größter Wunsch für unser bevorstehendes 20jährige Jubiläum wäre, 1.000 Spender*innen zu finden, die uns monatlich planbare 5 € überweisen. Am Jahresende bekäme jede/r selbstverständlich eine Zuwendungsbescheinigung über 60 €. Alle, die sich auf diese Weise engagieren, hätten das wunderbare Gefühl jeweils einem Kind, beziehungsweise als Gemeinschaft einer ganzen Schülerschar täglich mit einer warmen Mahlzeit das Lernen erleichtert zu haben.“

 

Wunschträume/Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte e.V.

Website: www.netzwerk-wunschtraeume.de – E-Mail: netzwerk-wunschtraeume@web.de

(Steuer-Nr.: 143/224/60660)

Spendenkonto: IBAN: DE24700202700036263644 – BIC: HYVEDEMMXXX – HypoVereinsbank oder IBAN: DE51200505501318120183 – BIC: HASPDEHHXXX – Hamburger Sparkasse

Download als PDF: Rundbrief im Oktober 2022

 

 

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